Warum du deine NO-Synthase fördern solltest

Wie ein einziges Enzym sich positiv auf deine Herzgesundheit auslöst und deine Arterien entspannt

Die NO-Synthase ist sicherlich außerhalb von Biochemikern wenig bekannt. Doch ihre intakte Funktion ist unerlässlich für ein gesundes Endothel und damit auch für ein gesundes Herz. Gerade bei Menschen mit Atherosklerose arbeitet genau dieses Enzym leider oft weniger effizient.
Doch was genau ist die NO-Synthase? Was bewirkt sie? Und wie kann man sie fördern?

Die NO-Synthase – ein Enzym in den Endothelzellen

Die NO-Synthase ist ein Enzym, welches sich in den Endothelzellen befindet. Also den Zellen, die die innerste Schicht unserer Arterien auskleiden.

Sie wandelt L-Arginin oder Nitrit in Stickstoffmonoxid (=NO) um. Dieses Stickstoffmonoxid diffundiert dann in die mittlere Schicht der Arterien. Sie besteht aus Muskelzellen.

Dort bewirkt es über weitere Mechanismen die Relaxation (also die Entspannung) der Muskelzellen. Dadurch erweitern sich die Arterien. Blutfluss und Sauerstoffversorgung werden verbessert.

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Mechanismus der NO-Synthase

 

Nitroglycerin und Co – Nitrate in der Schulmedizin

Dieser Effekt wird auch in der Schulmedizin genutzt. Bei einem akuten Sauerstoffmangel im Herzmuskel wird ein Medikament verabreicht, welches Stickstoffmonoxid freisetzt (zum Beispiel Nitroglyzerin). Dadurch erweitern sich (genau wie beim eigens vom Endothel hergestellten Stickstoffmonoxid) die Herzkranzgefäße und die Sauerstoffversorgung wird verbessert.

In akuten Situationen sind sie extrem wirksam. Für die Langzeittherapie werden sie jedoch nicht mehr eingesetzt, denn Studien konnten zeigen, dass die Langzeiteinnahme die Prognose nicht verbessert (in einzelnen Studien hat diese sich sogar verschlechtert).

Außerdem können sie zu teilweise gefährlichen Nebenwirkungen führen.

Umso besser, dass die Ernährungsmedizin einen Weg bietet, die positive Wirkung des Stickstoffmonoxid auch für die Langzeit-Anwendung zu nutzen! Hierbei zeigen Studien eine eindeutige herzschützende Wirkung.

 

Eine aktive NO-Synthase schützt vor Herzinfarkt

Doch die NO-Synthase führt nicht nur zu einer Entspannungsreaktion der Gefäße.

Sie hat noch viele weitere herzgesunde Auswirkungen:

  • wirkt entzündungshemmend
  • senkt den Blutdruck
  • reguliert die Blutgerinnung und verhindert so die Entstehung von Blutgerinnseln
  • steht in positivem Zusammenhang mit der Gesundheit des Endothels
  • scheint auch vor weiteren kardiovaskulären Risikofaktoren zu schützen

 

Die eigene NO-Synthase fördern – so gehts!

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Um die eigene NO-Synthase zu fördern hilft es zunächst zu verstehen, wie diese genau funktioniert.

Die NO-Synthase arbeitet umso stärker, je mehr Nitrit ihr im Blutkreislauf zur Verfügung steht, denn dieses Nitrit wandelt sie schließlich in NO (Stickstoffmonoxid) um.

Die NO-Synthase zu fördern bedeutet also, für einen hohen Nitrit-Spiegel im Blut zu sorgen.

Doch wie erreiche ich das?

Hierbei helfen dir die Bakterien in deinem Speichel. Sie wandeln Nitrate aus der Nahrung in Nitrit um, welches dann in deinen Blutkreislauf und zu deinen Arterien gelangt.

Nitrate befinden sich in hohen Mengen in dunkelgrünem Blattgemüse, roter Beete und Kohlgemüse.

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Überblick über den Nitratgehalt verschiedener Lebensmittel, aus: – Lidder S1, Webb AJ.: „Vascular effects of dietary nitrate (as found in green leafy vegetables and beetroot) via the nitrate-nitrite-nitric oxide pathway.“; in: Br J Clin Pharmacol. 2013 Mar

Je mehr dieser Gemüsesorten du also in deine tägliche Ernährung integrierst, desto besser profitiert dein Endothel davon! Denn so sorgst du für einen konstanten Spiegel an Nitrit im Blut: deine Arterien entspannen sich und langfristig kann sich dein Endothel erholen.

Studien zeigen: Ab einem täglichen Verzehr von 6-8 Portionen Gemüse und Obst produziert das Endothel genug Stickstoffmonoxid, um nachweislich Herzerkrankungen vorzubeugen.

Warum ist ein gesundes Endothel so wichtig?

Ein gesundes, effektiv arbeitendes Endothel ist die Grundvoraussetzung für ein gesundes Herz. Tatsächlich ist es ein viel aussagekräftigerer Parameter als beispielsweise der Cholesterinspiegel. Denn an einem gesunden Endothel kann sich das Cholesterin gar nicht erst festsetzen und zu Plaques führen.

 

Fazit

  • Die NO-Synthase wandelt Nitrit in Stickstoffmonoxid um, welches sich durchweg positiv auf die Herzgesundheit auswirkt und einen enormen Beitrag zu einem gesunden Endothel leistet – dem Schlüsselelement zur Vermeidung von Atherosklerose
  • Durch den Verzehr von nitrathaltigem Gemüse (grünes Blattgemüse, rote Beete, Kohl) wandeln Bakterien in deinem Mund das Nitrat in Nitrit um, welches wiederum die NO-Synthase ankurbelt
  • Wenn du deinen täglichen Verzehr von Gemüse und Obst auf 6-8 Portionen steigerst, kannst du schon einen deutlichen positiven Effekt auf deine Herzgesundheit erwarten. Leider kommen die meisten Menschen mit der typischen westlichen Ernährungsform bei Weitem nicht auf diese Menge an Gemüse und Obst.
  • Durch eine vollwertig pflanzliche Ernährung erreichst du fast automatisch die erforderliche Menge an Gemüse und Obst und schützt deine Arterien zusätzlich vor weiteren Atherosklerose fördernden Faktoren.

 

Quellen:

PUBMED:
– Lidder S1, Webb AJ.: „Vascular effects of dietary nitrate (as found in green leafy vegetables and beetroot) via the nitrate-nitrite-nitric oxide pathway.“; in: Br J Clin Pharmacol. 2013 Mar
– Li H, Horke S, Föstermann U: „Vascular oxidative stress, nitric oxide and atherosclerosis.“, in: Atherosclerosis. 2014

AMBOSS:
– „Regulationsmechanismen der Organdurchblutung“ https://www.amboss.com/de/library#xid=po0L1S
– „Nitrate und Molsidomin“ https://www.amboss.com/de/wissen/Nitrate_und_Molsidomin

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