Die Darmzellen austricksen – mit Phytosterolen

Phytosterole können den Cholesterinspiegel um 15% senken

Was sind Phytosterole? Wie senken sie den Cholesterinspiegel? Sind sie ungefährlich? Und in welchen Lebensmitteln sind sie enthalten?

Was sind Phytosterole?

Phytosterole sind das pflanzliche Äquivalent zum Cholesterin. So wie die Zellmembran von Tieren und Menschen Cholesterin enthält, enthält die Zellmembran von Pflanzen Phytosterole. Der Aufbau ist dabei dem Cholesterin sehr ähnlich.

 

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Cholesterinmolekül

Und darin liegt auch ihr Hauptwirkmechanismus:

Die Phytosterole docken im Dünndarm an der Stelle an, an der auch das Cholesterin anbindet, um aufgenommen zu werden.

Sie blockieren so die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung. Aber nicht nur das: sie verhindern auch die Wiederaufnahme von Cholesterin, welches die Leber über die Gallensäure bereits abgegeben hat.

Kurz: sie senken die Kapazität des Dünndarms, Cholesterin aufzunehmen und erhöhen die Cholesterinmenge, die ausgeschieden wird.

Gefahr in Phytosterolen?

Auch einige Pharmaka wirken auf diese oder sehr ähnliche Weise, wie zum Beispiel das Colestyramin oder Ezetimib. Und auch den „cholesterinsenkenden“ Margarinen sind Pflanzensterine zugesetzt.

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Diese Medikamente wie auch die Margarine haben allerdings schwere Nebenwirkungen:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • erschwerte Aufnahme fettlöslicher Vitamine
  • manche Studien mit Tierversuchen deuten sogar auf ein erhöhtes Risiko von Gefäßschäden hin – also genau der gegenteiligen Wirkung

Dies könnte daran liegen, dass die künstlich isolierten Phytosterole schnell oxidieren und dann zu sogenannten „POPs“ werden (=phytosterol oxidation products). Diese schädigen die Arterien und wirken dem cholesterinsenkenden Effekt entgegen.

Von der Einnahme cholesterinsenkender Margarinen oder anderer Lebensmittel dieser Art rate ich daher eindeutig ab!


Aber trifft das auch auf Phytosterole in Nüssen und Hülsenfrüchten zu?

Die Phytosterole kommen hier im Gesamtpaket des Lebensmittels zusammen mit Ballaststoffen, Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen und vor allem auch natürlichen Antioxidantien.

Dies verhindert, dass die Phytosterole oxidieren. Sie können so ihre volle, herzschützende Wirkung entfalten.

Studien belegen sogar noch weitere Vorteile der Phytosterole:

  • sie schützen vor Krebs
  • sie sind antientzündlich
  • sie sind antiatherogen (sorgen für gesunde Gefäße)
  • sie sind antioxidativ

Welche Lebensmittel enthalten besonders viele Phytosterine?

 

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Photo by paul wence on Pexels.com
  • Pistazien gehören zu den Phytosterin-reichsten Lebensmitteln
  • Pinienkerne
  • Sonnenblumenkerne
  • Cashewkerne
  • Erbsen
  • Kidneybohnen
  • Mandeln

 

 

 

Fazit

Der Aufbau von Phytosterolen ist dem Aufbau des Cholesterins sehr ähnlich: so verhindern sie die (Wieder-)Aufnahme von Cholesterin im Darm, indem sie die Cholesterinrezeptoren belegen.

Sei vorsichtig mit künstlichen Phytosterolen in Margarine oder Medikamenten, diese oxidieren zu sogenannten POPs und schädigen dann deine Arterien und vor allem dein Endothel. Ich rate eindeutig von ihnen ab.

Greife lieber zu natürlichen Phytosterolen in Nüssen und Hülsenfrüchten – sie senken deinen Cholesterinspiegel und tun gleichzeitig sogar dem Endothel etwas Gutes. Besonders viele natürliche Phytosterole sind in Pistazien, Pinienkernen und Sonnenblumenkernen enthalten.

 

 

Quellen:

PUBMED:
– Scholz B1, Guth S2, Engel KH1, Steinberg P2.: „Phytosterol oxidation products in enriched foods: Occurrence, exposure, and biological effects.“, in: Mol Nutr Food Res. 2015 Jul

WEB:
https://www.drfuhrman.com/library/eat-to-live-blog/52/plant-sterols-help-reduce-cholesterol

AMBOSS:
https://www.amboss.com/de/library#xid=Ym0nVg

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