Kontroverse Kokosöl

Superfood oder reines Gift?

Lange galt das Kokosöl als Superfood. Spätestens seit dem Vortrag von Prof. Michels, die behauptet „Kokosöl ist das reine Gift“, ist die Kontroverse darum extrem groß geworden

Aber sollte man Kokosöl, gerade in Hinblick auf Herzkrankheiten wirklich besser vermeiden? Oder kann es sogar herzschützend sein?

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Schützt Kokosöl das Herz?

Viele Menschen schwören auf die „herzgesunde Wirkung von nativem Kokosöl“. Sie verweisen dabei auf Bevölkerungen, die 60% ihrer Kalorien durch gesättigte Fettsäuren aus Kokos aufnehmen und keinerlei Herzerkrankungen aufweisen.

Grund seien die mittelkettigen Fettsäuren und weitere Inhaltsstoffe von nativem Kokosöl wie Sterole, Lezithin, Polyphenole, Carotinoide, Mineralien und Vitamin E.

Ist Kokosöl also gesund? Fest steht, dass die schädlichsten gesättigen Fettsäuren diejenigen sind, die aus tierischen Produkten wie Fleisch, Butter, Käse usw. stammen. Hier treten sie in Kombination mit Nahrungscholesterin und Endotoxinen auf.
Außerdem enthalten sie andere gesättigte Fettsäuren wie die Arachidonsäure, die stark entzündungsfördernd wirkt und damit nicht nur den Arterien schadet.

Kurz-, Mittel- und Langkettige gesättigte Fettsäuren

Das Kokosöl enthält zu ca. 70% mittelkettige gesättigte Fettsäuren, die im Organismus anders abgebaut werden, als langkettige gesättigte Fettsäuren.

Kurz- und mittelkettige Fettsäuren müssen bei der Verdauung nicht mehr modifiziert werden. Dies macht sie zwar leicht verdaulich. Aber es macht sie auch sofort und leicht für die Leber zur Cholesterinsynthese verfügbar.

Zu den im Kokosöl enthaltenen mittelkettigen gesättigten Fettsäuren zählen:

  • Laurinsäure (45%)
  • Caprinsäure (10%)
  • Caprylsäure (8%)
  • Capronsäure (0,5%)
  • Myristinsäure (8-12%)

Diese Fettsäuren weisen gesundheitliche Vorteile auf, sie wirken:

  • entzündungshemmend
  • Immunsystem stärkend
  • positiv regulierend auf die Darmflora
  • antimikrobiell
  • antiviral
  • antiprotozoal
  • antifungal

Wissenschaftlich bewiesen ist trotzdem: Kokosöl lässt den LDL-Cholesterinspiegel steigen.

Die eigentliche Frage bleibt also: Welche Rolle spielt der Cholesterinspiegel überhaupt bei der Entstehung von Atherosklerose?

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aus: Sankararaman S1, Sferra TJ2.: „Are We Going Nuts on Coconut Oil?“, in: Sankararaman S, et al. Curr Nutr Rep. 2018.

Kokosöl: eine individuelle Entscheidung

Am Ende stellt das Kokosöl ein sehr gutes Beispiel dafür dar, wie individuell die Bedürfnisse jedes einzelnen Körpers sind. Man sollte hier

gesundheitsfördernde und gesundheitsabträgliche Wirkungen gut gegeneinander abwiegen.

Gerade bei Problemen mit hormonellem Ungleichgewicht oder im Magen-Darm-Trakt kann ein moderater Konsum von Kokosöl sogar Vorteile bringen.

Bei bereits bestehender KHK würde ich aber davon abraten und stattdessen auf herzgesündere Fettquellen wechseln.

 

Herzgesunde Fettquellen

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Stattdessen bieten sich besonders Nüsse und Samen wie Walnüsse und Leinsamen als wertvolle Fettquellen an.

Auch sie enthalten gesättigte Fettsäuren, aber deutlich weniger als das konzentrierte Öl. Gleichzeitig enthalten sie wertvolle Ballaststoffe und essenzielle Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren.

Die meisten nehmen deutlich mehr Omega-6 als Omega-3 Fettsäuren auf, dabei ist eine Balance zwischen beiden sehr wichtig. Omea-3 Fettsäuren sind vor allem entzündungshemmend, das Herz profitiert also, wenn du vermehrt Omega-3-reiche Fettquellen wählst (wie Leinsamen, Hanfsamen, Walnüsse).

 

Fazit

Kokosöl weist tatsächlich einige gesundheitsförderliche Eigenschaften auf und kann vor allem Sportlern helfen, ihren Energiebedarf zu decken. Es enthält jedoch hauptsächlich gesättigte Fettsäuren und führt nachweislich zu einer Erhöhung des Cholesterinspiegels.

Du solltest vor allem gesättigte Fettsäuren aus tierischen Produkten wie Butter, Fleisch und Käse meiden, da diese entzündungsfördernd wirken. Außerdem lassen sie den Cholesterinspiegel am stärksten steigen.

Wenn du bereits an Atherosklerose leidest solltest du auch auf Kokosöl verzichten und stattdessen mehr Omega-3 reiche Nüsse und Samen verzehren.

 

Quellen:

PUBMED:
– Sankararaman S1, Sferra TJ2.: „Are We Going Nuts on Coconut Oil?“, in: Sankararaman S, et al. Curr Nutr Rep. 2018.
– DebMandal M1, Mandal S.: „Coconut (Cocos nucifera L.: Arecaceae): in health promotion and disease prevention.“, in: Asian Pac J Trop Med. 2011 Mar
– Enig, Mary. „Coconut: In support of Good Health in the 21st Century“. Asia and Pacific Coconut Community, 36th CocoTech Meeting.

WEB:
https://www.freedomofhealth.eu/de/kokosoel/naturliche-antibiotika/

BILDER:
– pixabay: https://pixabay.com/de

Ein Kommentar zu „Kontroverse Kokosöl

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