Gesättigte Fettsäure ist nicht gleich gesättigte Fettsäure

Gesättigte Fettsäuren: Wie man den Cholesterinspiegel zum Ansteigen bringt

Im Gegensatz zum Cholesterin aus der Nahrung weiß man bei den gesättigten Fettsäuren sehr genau, dass diese einen starken Einfluss auf den Nüchtern-Cholesterinspiegel haben. Aber wie gefährlich ist es wirklich? Wieso spielt die Quelle aus denen wir sie aufnehmen so eine große Rolle?  Und welche praktischen Konsequenzen leiten sich dadurch ab?


Gesättigte Fettsäuren bringen den Cholesterinspiegel zuverlässig zum Steigen

Zahlreiche Studien belegen diesen Zusammenhang, der so vorhersagbar ist, dass es sogar eine Gleichung gibt, mit der man den Anstieg des Nüchtern-Cholesterinspiegels in Abhängigkeit von der quantitativen Aufnahme gesättigter Fettsäuren ungefähr vorhersagen kann: die Hegstedt-Gleichung.

Vor allem für Menschen mit bestehender Herzerkrankung oder bereits hohem Cholesterinspiegel sollte die Aufnahme gesättigter Fettsäuren also so weit wie möglich reduziert werden.

Auch die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die tägliche Kalorienaufnahme durch gesättigte Fettsäuren auf maximal 7% zu senken. Das entspricht zum Beispiel einem halben Glas Milch oder 1,5 Frankfurter Würstchen.

Mit einer normalen Mischkost kommt man also extrem schnell über diese 7%-Marke, da tierische Lebensmittel extrem viele gesättigte Fettsäuren enthalten.

Wieviel ist gesund?

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass jede Menge gesättigter Fettsäuren in der Nahrung über 0 den Cholesterinspiegel im Blut steigert. Dementsprechend gilt für Menschen mit erhöhten Werten zunächst: je weniger, desto besser!

Wieso das nur eingeschränkt gilt, erfährst du weiter unten!

Wo sind gesättigte Fettsäuren drin?

Gesättigte Fettsäuren finden sich besonders in tierischen Lebensmitteln.

Allerdings enthalten auch einige pflanzliche Lebensmittel beträchtliche Mengen an gesättigten Fettsäuren! Hierzu zählen zum Beispiel Kokosöl, Palmöl und Kakaobutter (also auch Schokolade). Diese Lebensmittel enthalten aber zum Teil andere wertvolle Komponenten, die wiederum senkend auf den Cholesterinspiegel wirken.

Daher muss man gesättigtes Fett (so wie im Grund genommen alle Nährstoffe) immer im Gesamtpaket, in dem es verzehrt wird betrachten.

Gesättigte Fettsäuren aus verschiedenen Lebensmitteln wirken auch völlig verschieden!

Das National Cancer Institut hat dies berücksichtigt und untersucht, welche Lebensmittel durch ihren Gehalt an gesättigten Fettsäuren besonders stark den Cholesterinspiegel erhöhen:

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Dementsprechend sind

Käse und Milchprodukte gefolgt von Hühnchen und raffiniertem Getreide

die Lebensmittel, die durch ihren Gehalt an gesättigten Fettsäuren den Cholesterinspiegel am stärksten erhöhen.

Sie sollten bei einem bestehenden erhöhten Cholesterinspiegel am besten komplett vermieden werden und sind auch bei einem niedrigen Cholesterinspiegel gesundheitsabträglich.

Außerdem schaden sie in tierischen Produkten als Träger von Endotoxinen den Arterien.

Gesättigte Fettsäuren erkennen

Gesättigte Fettsäuren sind gut daran zu erkennen, dass sie bei Raumtemperatur fest sind (wie das beim Kokosöl oder der Kakaobutter der Fall ist). Gerade Menschen, die neu auf eine vegane Ernährung umsteigen greifen oft viel zu Produkten wie Margarine oder Kokosöl. Dies kann den Cholesterinspiegel enorm stark erhöhen!

Vermeide diesen Fehler bei der Ernährungsumstellung!

Ich habe schon einige Patienten getroffen, die aus gesundheitlichen Gründen zu einer pflanzlichen Ernährung gewechselt haben und mit einer Senkung ihres Cholesterinspiegels gerechnet haben. Durch eine sehr hohe Aufnahme an Kokosöl kann dieser jedoch sogar steigen! Daher sollte man hier wirklich sehr vorsichtig sein.

Gesättigte Fettsäuren erfüllen wichtige Funktionen

Trotzdem spielen gesättigte Fettsäuren im Organismus jedes Säugetiers eine wichtige Rolle. Sie dienen dem Körper als Energiequelle und regulieren Hormonhaushalt und Immunsystem. Außerdem oxidieren sie im Gegensatz zu den ungesättigten Fettsäuren (in Olivenöl usw.) sehr selten. Sie schützen also vor oxidativem Stress auf das Cholesterin.

Greife daher am besten auf gesunde Fettquellen wie Nüsse, Avocados und Oliven zurück!

 

Fazit

Je mehr gesättigte Fettsäuren du isst, desto mehr wird dein Cholesterinspiegel steigen. Gesättigte Fettsäuren aus Quellen wie Käse und Milchprodukten sowie aus Hühnchen lassen den Cholesterinspiegel dabei besonders stark ansteigen.

Verzichte bei bestehender Herzkrankheit auf Lebensmittel wie Palmöl, Kokosöl und Kakaobutter – auch sie enthalten betrachtliche Mengen an gesättigten Fettsäuren und können den Cholesterinspiegel steigern.

Nutze gesunde Fettquellen wie Nüsse, Samen und Avocado um deinen Körper optimal mit allen Makro- und Mikronährstoffen zu versorgen!

 

Quellen:

PUBMED:
– Sankararaman S1, Sferra TJ2.: „Are We Going Nuts on Coconut Oil?“, in: Sankararaman S, et al. Curr Nutr Rep. 2018.
– DebMandal M1, Mandal S.: „Coconut (Cocos nucifera L.: Arecaceae): in health promotion and disease prevention.“, in: Asian Pac J Trop Med. 2011 Mar
– Enig, Mary. „Coconut: In support of Good Health in the 21st Century“. Asia and Pacific Coconut Community, 36th CocoTech Meeting.

YOUTUBE:
– „Trans fat, saturated fat, and cholesterol: tolerable upper intake of zero“ https://youtu.be/1ZrxS7v2FDA
– „The saturated fat studies: set up to fail“ https://youtu.be/2Ftoy6jqxm

WEB:
https://www.freedomofhealth.eu/de/kokosoel/naturliche-antibiotika/

LITERATUR:
– Schwandt, Parhofer: „Handbuch der Fettstoffwechselstörungen“

DGK:
– Deutsche Gesellschaft für Kardiologie: „Risikoadjustierte Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen“

BILDER:
– pixabay: https://pixabay.com/de/

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